Der Forschungsverbund
Projektverbund Interactive Science – Interne Wissenschaftskommunikation über digitale Medien
Viele der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien, darunter das World Wide Web, sind im akademisch-universitären Bereich konzipiert und entwickelt worden. Email-Kommunikation, Web-Portale, digitale Präsentationen, Newsletter, Diskussionsforen, Bibliotheken und Repositorien, neuerdings auch Fach-Weblogs und kollaborative Formate der Texterzeugung (‘Wikis’) stellen für viele Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen heute eine Selbstverständlichkeit dar. Damit affizieren „neue Medien“ sämtliche Bereiche und Phasen des Erkenntnisprozesses.
Für den gegenwärtigen Stand der Entwicklung sind dabei zwei Aspekte charakteristisch. Einerseits
werden derzeit in vielen Bereichen Nutzungsformen digitaler Wissenschaftskommunikation – erprobt und dynamisch weiterentwickelt, wodurch ein wachsender Pool von Kommunikationsformaten entsteht, aus dem zukünftige Anbieter und Nutzer schöpfen können. Andererseits lassen sich im Hinblick auf die Form und den Umfang der Nutzung dieses Potenzials unterschiedliche Kommunikationskulturen erkennen, die mit der spezifischen Wissenschaftskultur eines Faches oder einer Fächerzone zusammenhängen und sich auch in unterschiedlichen Einschätzungen des Potenzials, der Barrieren und der Probleme bei deren Nutzung zeigen.
Der Forschungsverbund Interactive Science verbindet in multidisziplinärer Perspektive linguistische, medien-, informations- und sozialwissenschaftliche, wissenschaftshistorische und theaterwissenschaftliche Sichtweisen auf dieses Phänomen und fokussiert dabei das interaktive Potenzial der Informations- und Kommunikationstechnologien anhand zweier bislang wenig erforschter Aspekte: der kollaborativen und der performativen Dimension wissenschaftlicher Binnenkommunikation.
Nachdem die Wissenschaftsforschung in den letzten Jahren vor allem die Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse an Dritte (Politik, Wirtschaft usw.) bzw. im Lehrzusammenhang (E-Learning) untersucht hat, steht in diesem Verbund die Kommunikation mittels neuer Medien unter Peers im Zentrum. ‘Cyberscience’ eröffnet insofern ein Schlüsselthema der Geisteswissenschaft, als die interaktiven Medien effektive, bisher aber meist unterschätzte Generierungs- und Distribuierungspotenziale für die Binnenkommunikation genau wie für den Kommunikationsprozess zwischen Wissenschaft und Fachöffentlichkeiten bereitstellen.
Im Mittelpunkt des Verbundes steht das Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI), das koordinierende Aufgaben übernimmt und seine Erfahrungen in der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Öffentlichkeit in den Verbund einbringt. Die Kooperation mit den Partner-Institutionen wird durch solche innovativen Formen der wissenschaftlichen Binnenkommunikation unterstützt, die auch den Gegenstand der Untersuchung selbst bilden.
Teilprojekte:
* Teilprojekt I: Kollaboratives Wissensmanagement und Demokratisierung von Wissenschaft
* Teilprojekt II: Wissenschaftliche Präsentationen – Textualität, Struktur und Rezeption
* Teilprojekt III: Der wissenschaftliche Vortrag und seine digitale Dokumentation und Distribution
* Teilprojekt IV: Wissenschaftliche Information, Kritik und Kontroverse in digitalen Medien
Partner
* Universität Trier
* Universität Konstanz
* Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
* Kulturwissenschaftliches Institut Essen
Projektkoordinator:
Prof. Dr. Henning Lobin
Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI)
Ludwigstraße 34
35390 Gießen
Telefon: +49 641 99-16352
Telefax: +49 641 99-16359










